Es ist zwar schon etwas länger her, aber unter Umständen trotzdem mal hilfreich: Kurz vor dem Druck meiner Diplomarbeit sollte die Arbeit an die Korrekturleser verteilt werden. Ich hatte in TeXnicCenter leider keine Rechtschreibprüfung integriert, obwohl das anscheinend irgendwie möglich sein soll. So nutzte ich, wie bereits bei der Erstellung der Studienarbeit, die Duden Korrektur Starterbox. Blieb nur die Frage, wie ich den Text dort am Besten hinbekommen sollte.
Copy and Paste
Grundsätzlich war es kein Problem, den LaTeX-Quelltext in das Programm einzufügen, allerdings würde es sich über die ganzen LaTeX-Befehle darin wohl doch ziemlich wundern. Blieb nur das Kopieren des Textes aus dem fertigen PDF-Dokument. Um den Text etwas besser lesbar zu machen, kompilierte ich mir eine Version, in der ich das Kommando für Seitenzahlen deaktivierte.
Nun öffnete ich die PDF im PDF-X-Change-Viewer. Da dieses Programm die Seiten aber als Bilder betrachtet, konnte ich dort keinen Text herauskopieren. Blieb also nur der Griff zum Acrobat Reader. Dieser verfügt im Menü Datei über die Funktion "Als Text speichern". Das Ergebnis dieses Exports taugte jedoch nicht wirklich zur Weiterverarbeitung. Daher markierte ich den Text (quasi von Hand) und kopierte ihn über die Zwischenablage in Word hinein.
Dabei wurden dummerweise sämtliche Zeilenenden als Zeilenumbrüche interpretiert. Über die Word-Funktion "Bearbeiten => Ersetzen" wurde ich diese Umbrüche wieder los, indem ich ^p durch gar nichts ersetzte. Danach sah das Dokument ein wenig hässlich aus, aber das spielte ja keine Rolle.
Nun konnte ich den Text in die Starterbox einfügen und ihn Stück für Stück korrigieren lassen. Wer diese nicht zur Hand hat, kann auch die Rechtschreibkorrektur einer Textverarbeitung (Word, OpenOffice.org-Writer, ...) nutzen, dann aber ohne 100%-Duden-Konformität.
Erkenntnisse danach
Mit den beiden Begriffen ".htaccess" und "Wikis" hatte die Rechtschreibprüfug arge Probleme. Eventuell wäre es bei einem Substantiv wie "Wikis" hilfreich gewesen, wenn ich es durch ein anderes, z.B. "Autos", ersetzt hätte. Die Grammatik müsste ja trotzdem passen.
Da die Fußnoten auch mitkopiert wurden, hat sie die Software ebenfalls überprüft. Was dabei allerdings sehr gestört hat, war die Nummerierung der jeweiligen Anmerkungen. Besonders verwirrend war es natürlich, falls man einen Satz hatte, der durch den Seitenumbruch - und damit durch die Fußnoten - unterbrochen wurde. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, die Fußnoten vor dem Kompilieren kurzfristig (mit Suchen und Ersetzen) in Endnoten umzuwandeln.
Worauf ich während der Korrektur des Textes sehr aufpassen musste, war die Suchfunktion von TeXnicCenter: Manchmal dachte ich, ich hätte die Eingabebox noch offen und veränderte beim Eintippen des Suchwortes unabsichtlich den Text. Daher gewöhnte ich mir bald an, sie geöffnet zu lassen, bevor ich wieder in den Korrektor wechselte.
Fazit
Trotz fehlender Rechtschreibkorrektur im TeXnicCenter konnte ich über diese Krücke meinen Text prüfen. Da ich das nur einmal kurz vor Ende tat, war es auch schön zu sehen, was ich und andere Korrekturleser bisher so alles überlesen hatten.
Als mir beim Bearbeiten des kopierten Textes Word 2003 dann zum Schluss noch abstürzte, war ich mir sicher, dass ich mit meiner Entscheidung für TeXnicCenter alles richtig gemacht hatte 