Nun will ich doch endlich einmal erzählen, warum hier in den letzten beiden Monaten weniger geschrieben wurde, als davor. Ein Grund dafür mag sicherlich meine Diplomarbeit bzw. die anstehenden Diplomprüfungen im August und September sein. Aber es gibt noch einen weiteren Grund: Ich habe mir (während der Diplomarbeit) das Buch Getting Things Done von David Allen gekauft. Es thematisiert die gleichnamige Methode des Selbstmanagements, die ich seit dem praktiziere. Doch, wie kam es dazu?
Auf dem BarCamp Offenburg verpasste ich die GTD-Session von Oliver Gassner. Zu diesem Zeitpunkt nahm ich noch an, dass es sich bei GTD um eine Schöpfung von Oliver handelte, die darauf abzielte, Software-Unternehmen vom Termindruck zu befreien. Bei den Recherchen zum Beitrag über eine andere Session stieß ich jedoch auf den Wikipedia-Artikel zum Thema, der Lust auf mehr machte. Ebenfalls auf dem BarCamp hatte ich die Ausgabe 10 des Magazins t3n erhalten, in der ich ein paar Tage später ebenfalls einen Artikel zum Thema fand. Der Blick auf den Verfasser brachte mich zum Schmunzeln: Oliver Gassner
Als dann noch ein Gutschein von Buch.de ins Haus flatterte, war der Groschen gefallen. Ich bestellte das Buch und verschlang es -- obwohl ich ja eigentlich an meiner Diplomarbeit hätte werkeln sollen. Nach Lektüre der ersten Seiten kam ich wie vor, wie in einer Sekte. Alles hörte sich viel zu fantastisch an, um wahr zu sein. Aber las sich auch logisch an: Der Kopf ist nicht dafür ausgelegt, sich Kleinkram zu merken, also muss dieses "Zeug" (Zitat von Allen) in ein zuverlässiges System ausgelagert werden. Nur so kann man den Kopf für die wichtigen Dinge des Lebens frei bekommen. Im zweiten Teil des Buches werden dieses System und seine Einführung ausführlich beschrieben. Da es sich dabei meist um relativ einfache Hilfsmittel handelte und keine großen Einstiegsinvestitionen nötig waren, fing ich an, die Hinweise schrittweise umzusetzen. Dieser Beitrag und die später folgenden (erkennbar am Tag GTD) dienen dazu, meine Erfahrungen mit GTD zu dokumentieren. Dabei werde ich jeweils ein Merkmal der Technik pro Beitrag abhandeln.
Diese Artikel ersetzen nicht den Kauf des Buches, sondern ergänzen es um praktische Erfahrungen. Mir brachte das Lesen der erwähnten Artikel in Wikipedia und t3n auch nur einen Einblick in die Funktionsweise, jedoch nicht in die Philosophie von GTD. Da man ohne diese Philosophie vermutlich schnell die Motivation verlieren dürfte, rate ich zwingend zum Buch. Auch wenn Oliver Gassner im t3n-Artikel das englischsprachige Original empfiehlt, habe ich mich auf die deutsche Übersetzung Wie ich die Dinge geregelt kriege konzentriert. Im Folgenden werde ich trotzdem die Bezeichnung GTD benutzen.
Als Anreiz noch kurz ein paar Worte, wie ich mich nach zwei Monaten GTD heute fühle. Ich bin der Meinung, dass es funktioniert hat: Mein Kopf ist leerer und ich habe das Gefühl, Dinge wesentlich schneller und effizienter zu erledigen. Da es sich bei GTD um ein ganzheitliches Konzept handelt, gilt dies nicht nur für den Beruf, sondern ebenso für Studium und Privatleben. Überhaupt ist das Buch von den Beispielen her eher auf Manager ausgelegt, eignet sich aber meines Erachtens ebenso für Hausfrauen.
Natürlich gab es auch Effekte, die nicht so positiv sind (oder doch?): Ich verbringe nicht mehr jeden Abend in der Beobachtungliste von Wikipedia, sondern tue Dinge, die gemacht werden sollten. Zu diesen Dingen gehören allerdings auch Arbeiten an bestimmten Artikel sowie das kontrollierte Abarbeiten der Beobachtungsliste. Die Anzahl der Beiträge in diesem Blog "litt" ebenfalls unter der Einführung von GTD. Allerdings habe ich noch Konzepte für einige Artikel im System (wie diesen hier). Die gewonnene Effizienz hat für mich derzeit jedoch noch einen weiteren Preis: Schlaf. Schrieb ich Abends nur für Wikipedia, so war Punkt 22:00 Uhr Schluss und es ging ab ins Bett. Wenn es mit GTD noch Dinge zu tun gibt, dann werden diese eben getan - auch wenn es länger dauert.
Alles in allem bin ich seit der Einführung trotzdem begeisterter Anhänger der "GTD-Sekte", die mich erfolgreich durch die Erstellung meiner Diplomarbeit begleitet hat. Ob das wohl während der Diplomprüfungen auch funktioniert?
Ich hoffe, ihr freut euch nun mit mir auf die folgenden Beiträge zu den einzelnen Bestandteilen von GTD. Außerdem bin ich gespannt auf eure Rückmeldungen - egal ob ihr GTD kennt bzw. nutzt oder nicht.
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Vor ein paar Tagen hat sich ein Studienkollege neben mir in der Mittagspause einen neuen Locher gekauft. Natürlich war dieses Gerät sofort in den hinteren Reihen des Klassenzimmers verschwunden, sobald diese von seiner Existenz erfahren hatten - es waren Kommentare (4)
Aufgenommen: Aug 03, 14:58
Am Wochenende empfing ich eine Mail von Oliver Gassner, die mich an den nahenden Start der zweiten Leserunde zu Getting Things Done erinnerte. Das war Anlass genug für mich, den zweiten Beitrag meiner Serie zu GTD zu verfassen. Nach der Einführung von let Kommentare (4)
Aufgenommen: Okt 27, 20:38
Der erste Schritt in Getting Things Done ist bekanntlich das Erfassen. Doch wohin mit dem erfassten "Zeug", wie es David Allen nennt? Die Antwort lautet: "erst einmal sammeln, damit es aus dem Weg ist." Diesem Zweck dient der Eingangs Kommentare (4)
Aufgenommen: Nov 25, 18:23