Die vorletzte Session auf dem Open Space, die ich nach Testen/Getting Things Done besucht habe, drehte sich um das Programm Clean Code Developer von Ralf Westphal und Stefan Lieser. Letzterer war höchstpersönlich anwesend, um uns in die Geschichte und die Details von CCD einzuweisen:
- guter Entwickler erzeugt Qualität -> hält seine Werte ein
- Analogie dazu: (Guter) Arzt wäscht sich vor Operation die Hände und lässt sich das nie nie nie ausreden
- Werte für Codequalität
- Korrektheit (funktional, optisch, leistungsfähig, ..)
- Evolvierbarkeit (Einbau desselben Features kostet zu jedem Zeitpunkt gleich viel)
- Produktionseffizienz
- Reflexion
- Ergebnis: 40 Bausteine zum Erreichen von mehr Codequalität
- Aufteilung in fünf Grade
- zur Festigung wird jeder Grad mindestens 21 Tage gehalten
- am Ende wird wieder von vorn begonnen, da man immer noch besser werden kann
- Dokumentation des aktuellen Grades über ein Armband
- Armband bringt Leute ins Gespräch und hilft, die Idee zu verbreiten
- nicht alle Entwickler interessieren sich für sauberen Code
- häufig ist keine Zeit zur Einarbeitung vorhanden.
- Ist das Erlernen neuer Fertigkeiten zu Erhaltung der Arbeitskraft in der täglichen Arbeitszeit erhalten oder muss man dafür in der Freizeit investieren? Es hängt vom Lohn ab
- These: es dauert nicht länger, Clean Code zu schreiben, als Crappy Code (zumindest langfristig gesehen)
- Python und Ruby on Rails liefern bereits beim Anlegen eines neuen Projektes ein Verzeichnis für Unit-Tests, warum nicht auch Visual Studio?
- Grenze zwischen PHP (unsauberes Skripting, bä bä bä) und Java (ganz toll objektorientiert mit Unit-Tests und so) ist deutlich. Bei C# sind die ganzen VB-Pfuscher durch .NET auch im Boot.
- Microsoft vermarktet häufig nur Tools, die dem Benutzer mit viel Klickibunti das Leben erleichtern. Codequalität scheint ein wenig vernachlässigt zu werden.
Fazit: Bei uns im Büro erfuhr ich bereits Ende letzten Jahres von dieser Initiative. Ich hatte sie mir auch bereits auf "vielleicht/irgendwann" notiert, aber bisher noch keinen konkreten Einstiegspunkt für mich gefunden. Nun scheint es mir, dass man auch ohne den Kauf des Buches aktiv loslegen kann. Vermutlich werde ich daher in den nächsten Wochen die Seite zum roten Grad in Angriff nehmen ...
Nach der Session Clean Code Developer und einem weiteren leckeren Mittagessen, folgte die letzte Session, die ich noch besuchen konnte: Christian Binder informierte darin über Neuheiten zur kommenden Version der Entwicklungsumgebung aus dem Hause Microsof Kommentar (1)
Aufgenommen: Jul 21, 13:29