Schon wieder ist eine Woche vergangen und es folgt der nächste Beitrag zum BarCamp Stuttgart. Diesmal berichte ich über Yodas Session Entschleunigung. Die Session war eine Diskussionsrunde, daher gibt es auch keine Präsentation, auf die ich verlinkten könnte. Daher gebe ich hier kurz die Kernaussagen einiger Beiträge als Denkanstoß wieder:
- Grundanliegen der Session: Wege finden, um Tempo aus dem Alltag zu nehmen, um Lebensqualität zu erhöhen
- „Gut Ding will Weile haben“ => Zusammenhang zwischen Zeit und Qualität
- Web-2.0-Zeug hat oft Eigendynamik und frisst jede Menge Zeit: immer online sein, auf keinen Fall etwas verpassen wollen, was im Netzwerk passiert
- Vertiefen ist mehr, als sich durch Wikipedia und Google herausfinden lässt. Man muss dazu Leute anhören und Bücher lesen
- Langsamkeit = Lebensqualität, da Grundlage, sich etwas genauer anschauen zu können
- Buchtipp: Rasender Stillstand
- Entparallelisieren von Tätigkeiten; sich auf eine Sache konzentrieren
- Ist Leistung = Beschleunigung?
- Leistung muss man sehen können?
- Bei welchen Leuten sieht man, dass sie viel leisten? Bei denen, die gestresst und hektisch sind. Leisten sie wirklich viel oder sehen sie nur so aus?
- Problem wurde verstärkt, seit Leistung nicht mehr messbar ist. Woran erkennt man die Leistung, die hinter einer Grafik steckt? An der Anzahl der Pixel?
- Lösungsansatz eines Teilnehmers: Die 4-Stunden-Woche
- selbe Ecke: Beauftragung von Dienstleistern, die einem Arbeit abnehmen: https://getfriday.com/
- anderer Ansatz: Aufgabe erledigt sich oft, wenn man sie einfach liegen lässt — Aufgaben, die aussehen wie ein Schinken: gut abgehangen und daher besser genießbar
Fazit
Für mich war es eine sehr interessante Session, die einige Denkanstöße hervorbrachte. Besonders Leute wie ich, die sich mit Produktivitätsmethoden wie Getting Things Done etc. auseinandersetzen, sollten ab und zu mal das Tempo herausnehmen und nicht nach dem nächsten Produktivitätskick suchen. Wir haben nun einmal nur dieses eine Leben und sollten uns sehr genau überlegen, was wir damit anfangen. Es kann und darf nicht nur aus Arbeit bestehen.
Auf der anderen Seite erklärte mir ein Bekannter, mit dem ich neulich darüber diskutierte, dass er froh sei, ein Workholic zu sein. Wenn sich diese Work auf „Arbeit für einen selbst“ beschränkt und man dadurch mehr Dinge in seinem Leben schafft, als andere, könne er gut damit leben.
Vermutlich ist es wie bei allem: Man darf nicht einfach nur schwarz und weiß sehen, sondern muss auf ein ausgewogenes Gleichgewicht achten.
PS
Gerne hätte ich auf die Literaturliste verlinkt, die Yoda ein paar Tage danach gebloggt hat. Der Link dorthin ist aber leider tot.